Delegiertenversammlung 2010 in Wildhaus

Am Samstag, 24. April 2010 tagten die Delegierten des Kantonalen Feuerwehr-verbandes in Wildhaus. Sie wählten den St. Galler Jascha Müller zum Nachfolger des scheidenden Präsidenten Erwin Schweizer. Nach der Versammlung verfolgten die Teilnehmer gespannt eine Löschaktion mit einem Helikopter.

165 Delegiertevertraten am Samstag die rund 4600 Feuerwehrangehörigen im Kanton St. Gallen. Zum letzten Mal führte der Wiler Erwin Schweizer als Präsident durch die Versammlung. In seinem Jahresrückblick kam er auf die Wichtigkeit des Feuerwehrdienstes in der Gesellschaft zu sprechen. Es sei wichtig, dass man auf Organisationen zurückgreifen könne, welche den Menschen in Not schnell und unkompliziert helfen. «Wenn dies auch noch so kostengünstig wie bei uns erreicht wird, ist es umso wichtiger, die Leistung der Menschenhinter diesen Organisationen zur Kenntnis zu nehmen», sagte er. Im Jahr 2009 wurden die Feuerwehren des Kantons St. Gallen zu insgesamt 4382 Einsätzen gerufen, das sind 373mehr als im Vorjahr.

 

Probleme mit dem Nachwuchs

Seit längerem beschäftigt die Feuerwehren ein Problem die Frage wie sie junge Frauen und Männer zum Mitmachen bewegen können. Anfang 2010 waren 4637 Frauen und Männer im Feuerwehrdiensteingeteilt, 150 weniger als ein Jahr zuvor. «Zurzeit sind weniger als ein Prozent der Bevölkerung des Kantons St. Gallen in der Feuerwehr aktiv», rechnete Schweizer und verglich diese Zahl mit anderen Kantonen wie Thurgau oder Aargau, wo diese Quote doppelt so hoch ist. Im vergangenen Jahr führte der kantonale Feuerwehrverband zwei Online-Umfragen bei den Feuerwehrkommandos durch. Die eine zeigte auf, dass 90 Prozent der Wehren Rekrutierungsprobleme haben und ab 2011 wird jede dritte Feuerwehr vor ein Kaderproblem gestellt sein. Die zweite Umfrage liess erkennen, dass der Kantonalverband mit seinen Unterstützungsmassnahmen im Rekrutierungs- und Jugendfeuerwehrbereich genau richtig liegt. Neben der Förderung der Jugendfeuerwehren und der Schaffung eines Werbeflyers setzt der Verbandauf ein drittes Standbein, einen Werbefilm. Dieser wurde an der Delegiertenversammlung präsentiert und stiess auf grosses Interesse. Jedes Feuerwehrkommando hat eine DVD erhalten und kann diese nun für Werbezwecke einsetzen.

 

Müller folgt auf Schweizer

Nach elf Jahren im Vorstand, davon sieben als Präsident, erklärte Erwin Schweizer seinen Rücktritt. Um seine Nachfolge bewarb sich Jascha Müller, der als Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand unter anderem für die Erarbeitung des Werbeflyers und des Werbefilmes verantwortlich war. Einstimmig wurde der St. Galler zum neuen Präsidenten des kantonalen Feuerwehrverbandes

gewählt. Seinen Posten im Vorstand übernimmt Daniel Bischof aus Wil.

 

Bessere Anerkennung

Regierungsrat Martin Gehrer stellte in seiner Grussbotschaft fest, dass das Bild von der Feuerwehr äusserst positiv sei. Ihre wichtige Aufgabe würden die Angehörigen der Feuerwehr engagiert und leistungsfähig erfüllen. Jährlich werden die Ortsfeuerwehren von der Gebäudeversicherung mit rund 5,5Millionen Franken unterstützt. «Dieses Geld ist gut eingesetzt», sagte Martin Gehrer. Er äusserte sich zum geplanten Ausbildungszentrum in Bernhardzell, mit welchem die Kantone St. Gallen, Thurgau, Glarus und beide Appenzell etwas Sinnvolles und Notwendiges schaffen. Dass nun im Kantonsrat Kritik an diesem in Bernhardzell geplanten Ausbildungszentrum aufgekommen ist, erstaunte den Regierungsrat. Er versprach aber, der Kritik nachzugehen und das Thema mit den Feuerwehren zu besprechen, damit das Vorhaben im Konsens und mit der Unterstützung der Feuerwehren umgesetzt werden könne. Laurent Wehrli überbrachte die Grüsse des Schweizerischen Feuerwehrverbandes. Er betonte, dass die Feuerwehren für die Rekrutierung von Nachwuchs nicht alleine auf die Jugendfeuerwehren zählen könnten. Der Kontakt der Feuerwehren zur Bevölkerung müsse verbessert werden. Zudem ist er überzeugt, dass eine bessere Anerkennung der Feuerwehrleute nötig sei.

Nachdem Mittagessen verfolgten viele Delegierte eine Vorführung von einem Löscheinsatz mit einem Helikopter. Danach waren die Interessierten zu einem Vortrag eingeladen. Peter Diener sprach über die Erstbesteigung des Dhaulagiri vor 50 Jahren.

 

Sabine Schmid

 Daniel Bischof, Erwin Schweizer und Jascha Müller
 Der neue Werbefilm "Wir sind dabei!"